TIPPS ZUR RECHTSSCHUTZVERSICHERUNG

1. Brauche ich eine Rechts-
schutzversicherung?

Wie bei jeder anderen Versicherung gilt: Je größer das Risiko, desto wichtiger der Rechtschutz. Rechtsschutzversicherungen sind verhältnismäßig günstig und schon ab ca. 12 EUR pro Monat (Privat-, Verkehrs- + Berufsrechtsschutz) zu haben. Ein Rechenbeispiel: Wenn Sie in einem Rechtstreit mit einem Streitwert von 20.000 EUR (z.B. Verkehrsunfall) unterliegen, liegen die Kosten für die Anwälte der Parteien und für das Gericht schon bei mindestens 4.000 EUR bis über 5.500 EUR, je nach dem, wie weit das Verfahren betrieben wird. Selbst wenn Sie 30 Jahre Beitragszahlungen von 15 EUR monatlich an die Rechtsschutzversicherung geleistet haben, so waren diese immer noch günstiger, als die Kosten selbst tragen zu müssen. Selbst bei kleineren Streitwerten von nur 600 EUR können leicht 400 EUR und mehr an Kosten anfallen. Viele Versicherer bieten für verschiedene Lebensbereiche ganze Rechtsschutzpakete (z.B. Privat, Arbeit, Wohnen). Damit fahren Sie oft günstiger, als wenn Sie sich speziell für einzelne Rechtsgebiete absichern (z.B. für Mietrechtsstreitigkeiten).

2. Was zahlt die Rechtsschutz- versicherung?
Vor dem Zivilgericht gilt: Wer den Prozess verliert, zahlt alles:
Gerichtskosten, den eigenen Anwalt, den gegnerischen Anwalt, sowie alle Auslagen und Kosten für Sachverständigengutachten, Zeugen etc. Die Rechtsschutz-Versicherung übernimmt all diese Kosten, bis auf einen ggf. vereinbarten Selbstbehalt. Die Rechtsschutzversicherung übernimmt auch die Vorschüsse für Gerichtskosten, falls Sie Klage erheben. Nicht abdeckt sind u.a. generell familienrechtliche Streitigkeiten (Trennung, Scheidung, Sorgerecht), Erbrecht, gewerblicher Rechtsschutz oder Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem Bau bzw. dem Kauf von Wohnungseigentum oder Häusern. Einige Versicherungen zahlen jedoch die Kosten einer Erstberatung in Familiensachen. Über den Leistungsumfang sollten Sie unbedingt zuvor mit Ihrer Versicherung sprechen.

3. Ab wann zahlt die Rechtsschutz?
Wenn Sie sich bereits in einem Rechtsstreit befinden oder das streitgegenständliche Ereignis bereits eingetreten ist, bringt ein schneller Versicherungsabschluss nichts. I.d.R. gilt eine sog. „Karenzzeit“ von 3 Monaten nach Versicherungsabschluss.

4. Welche Bereiche sollte die Rechtsschutz abdecken?
Nicht jede Police deckt automatisch jedes Risko ab. Es gibt verschiedene Rechtsgebiete, wie Mietrecht, Arbeitsrecht, Familienrecht etc., die als Bausteine angeboten werden. Selbst wenn Sie in dem ein oder anderen Bereich keinen Rechtsschutz benötigen, so kann ein „Rundum-Sorglos-Paket“ günstiger sein, als einzelne Bausteine. Fragen Sie Ihren Versicherungsvertreter oder –makler. Einen Privat- und Verkehrsrechtschutz sollte Ihre Versicherung jedoch mindestens umfassen. Wenn Sie Arbeitnehmer sind, kann ein zusätzlicher Arbeitsrechtsschutz nicht Schaden. Ein solches Paket dürften Sie für 125 – 150 EUR jährlich erhalten.

5. Welche Rechtsschutzversicherung ist empfehlenswert? Einen Überblick über Versicherungsanbieter finden Sie bei der Bundesrechtsanwaltskammer .